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Autorensonntag 10. Mai

Die (Hass)Liebe mit Klischees ... darum geht es beim #Autorensonntag von Justine, den ich wegen privatem erst Montag poste 🙈🥰
Tja ja, die schönen kleinen Klischee-Teufelchen, die ich als kritischer Leser (und auch Schreiber) so nicht wirklich mag.
Auch ich versuche, die Klischees zumeist zu vermeiden - und bin doch nicht vor ihnen gefeit. So zum Beispiel das hassgeliebte Thema Prophezeiungen. Es ist schon fast ein "Standard"-Erzählmotiv, das sich in so vielen Geschichten seit Jahrhunderten findet. Obwohl ich wusste, dass es ein Klischee ist (und ich manchmal auch dafür kritisiert werde), habe ich mich doch relativ bewusst dafür "entschieden", meine Prophezeiung in meiner Geschichte zu belassen. Zum einen ist sie ein Auslöser für Ereignisse, zum anderen kam ebendiese Prophezeiung bereits in meinem initialen Traum vor, der mich Tyarul erfinden ließ.
So kam es, dass ich diesen Aspekt meiner Geschichte von vornherein als (mittlerweile etwas nostalgischen) Teil des Ganzen annahm und mir (zugegebenermaßen) auch am Anfang meiner Schreibkarriere nicht so viele Gedanken um Klischees machte. Damit Zenay nach Tyarul kommt musste sie Teil eines größeren Ganzen sein, Teil eines Konstrukts, einer Verschwörung, die ihre Eltern dazu bewog, sie außerhalb ihrer magischen Heimat zu verstecken, damit sie eine fremde Sicht auf Tyarul hat, wenn sie dort hin kommt. Im Grunde ist es sogar so, dass nicht einmal sie direkt in dieser Prophezeiung vorkommt, sondern es auch vor ihr bereits mehrere Magier gab, die als "Auserwählte" gehandhabt wurden, also Hoffnungsträger einer Rebellion gegen die Obrigkeit waren, ehe Zayda und ihre Heerscharen die geflüsterten Prophezeiungssätze aus der Geschichte zu tilgen versuchten. So kommt es, dass im Großteil von Tyarul zum Zeitpunkt von "Zähmung" eigentlich gar nicht mehr viele an die Prophezeiung glauben oder von ihr wissen!
Dennoch spielt sie eine wichtige Rolle für Zenay, denn die ist absolut nicht begeistert von ihrem Auserwähltenschicksal und kämpft lange innerlich damit. So hoffte und dachte ich, dass ich das Klischee etwas "aufbreche".
Aber dennoch, es ist da ... und immer wieder zweifle ich daran, ob es so gut ist - doch dann erinnere ich mich auch wieder daran, was ich alles noch für meine Heldin und ihre Geschichten und die anderen Charaktere geplant habe und weiß wieder: Doch, das ist (für mich und auch eine tollen Großteil meiner Leser) in Ordnung so.

Wie seht ihr das? Ich persönlich mag es ja, Klischees wenn dann "bewusst" einzusetzen und vielleicht auch mit ihnen zu spielen. Sodass man zum Beispiel eine Situation klischeehaft anfangen lässt, um sie dann in einem Twist zu etwas unerwartetem zu verändern.  Müssen Klischees um jeden Preis vermieden werden? Kann man das überhaupt? Oder darf man auch Klischee-Elemente einbauen?

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