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Autorensonntag 26. Januar

Selfpublishing oder Verlag? Oder beides?
Heute mache ich bei meinem ersten #Autorensonntag mit und freue mich, dabei sein zu dürfen (wollte das schon seit langem anfangen, aber kam nie so recht dazu ...)
Was kann man zu dem Thema sagen? So vieles! Und dennoch denke ich mir immer: das ist doch nur meine Meinung, meine Erfahrung ... das muss doch für viele gar nicht stimmen!
Dennoch werde ich wegen meines Werdegangs häufig genau deswegen zu Podiumsdiskussionen und Gesprächsrunden auf Buchmessen eingeladen und frage mich immer wieder: Bin ich qualifiziert, anderen darüber einen Rat zu geben? Mittlerweile bin ich Hybrid-Autorin und ganz ehrlich? Ich kenne das Rezept mit dem Goldesel noch immer nicht
All die verschiedenen Wege haben in meinen Augen Vor- und Nachteile, doch eine Sache (ok, noch viel mehr als eine) haben sie meiner Meinung nach gemeinsam: Man muss es mit Herzblut machen! Mit Verstand, mit Respekt und Selbstkritik und Reflexion.
Als Verlagsautor erhoffen sich viele Unterstützung, Werbung, wundervolle Cover, organisierte Lesungen, große Auftritte und viiiele verkaufte Bücher - doch faktisch kann man das alles auch als Selfpublisher bekommen. Oder man kann es bei beiden Wegen nicht in der Form erhalten, wie man es sich erträumt hat. Es gibt nicht mehr die eine Lösung, nicht mehr das eine große Verlags/Erfolgsmodell - auch die großen, mittleren und kleinen Verlage behandeln ihre Autoren unterschiedlich, fahren verschiedene Strategien, werden gelobt und kritisiert, genau wie Selfpublisher.
Ich für meinen Teil habe damals vor Jahren den Schritt in den "kleinen Eigenverlag" ganz bewusst gewählt. Ich wollte mich selbstständig machen, wollte ausprobieren, lernen und mich weiterentwickeln, bevor ich an die großen Verlage herantrete. Jetzt sind einige meiner ebooks bei einem großen Verlag, doch der "Durchbruch" kam noch nicht.
Dennoch: Ich habe bisher fast nur Lob für diese Entscheidungen erhalten - mein größter Kritiker bin immer ich selbst.
Ich frage mich: war das dumm, naiv oder eingebildet? Zu glauben, dass ich es allein schaffen kann? Aber was ist eigentlich "es"? Die fette Kohle machen? Ruhm? Geschichten erzählen? Möglichst viele berühren? Alles ist Definitionssache und eine Frage, womit man sich vergleicht. Mit anderen? (zum Ansporn ok, ansonsten eher keine so gute Idee, finde ich. Es zieht einen schnell runter, wenn man sich fragt, warum der eigene Debütroman nicht so durch die Decke ging wie der von xyz, oder warum die eigene Marketingaktion im Vergleich doch eher unbeachtet blieb).
Oder vergleicht man sich doch besser mit sich selbst? Versuche ich, gute Qualität zu liefern, tolle Cover zu kreieren (oder kreiert zu bekommen), mit meinen Geschichten zu berühren und weiter zu lernen? Entwickle ich mich weiter?
Aber ich schweife ab.
Im Selfpublishing kann man denke ich viele dieser Dinge verwirklichen, doch man kann auch auf die Nase fliegen, wenn man sich nicht traut, andere um ihre ehrliche Meinung zu fragen und auch, wenn man sich nicht mit der Qualität der "großen" vergleicht. Reflektieren. Kritisieren - aber nicht sich fertig machen.
Und zugleich kenne ich viele, die mit Verlagen unglücklich sind, weil sie nicht zu den Aushängeschildern, zu den Shootingsstars (gemacht) wurden. Ich für meinen Teil kann sagen: Beides zu vergleichen, beides auszuprobieren und dabei nach Großem zu streben (was jeder für sich selbst definieren kann), das ist ein großartiges Zeugnis unserer Zeit. Wir sind frei! Wir dürfen experimentieren, wir dürfen wählen - oder beides machen.
Also frage dich: wo willst du hin, welche Wege willst du ausprobieren, welche nicht - und dann leg los ❤️

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